io++257 - coleman hawkins öffnet die verborgene tür und entdeckt neue fluchtlinien im unerhörten

27.07.12, 09:58:16 von siemers
bis 1948 war der jazz eindeutig: er war zickig oder geil, er war traurig oder bewegend für hirn oder hintern, er swingte oder kreischte, er war augenzwinkern oder tanzwut. er war immer eins, eindeutig und nur selten über sich selbst hinaus deutend.

dann nahm coleman hawkins irgenwann im jahre 1948 das erste stück musik für unbegleitetes tenorsaxophon auf und markierte neue fluchtlinien ins unerhörte. die klangfarben waren nicht mehr nur mittel zur darstellung des konkreten bildes; sie wurden selbstzweck, sich selbst genug, unbegründet und der verwertungsmaschinerie entzogen. dieser schritt weg vom pop in die räume beyond war damals natürlich nicht der einzige, doch dieser sanfte ausbruch war sicherlich der anrührendste.

(die originalaufnahme, wiewohl von cd kopiert, hatte drei fiese knackser. die habe ich eliminiert. eat your art out, verve!)

|>> coleman hawkins - picasso

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