spurensicherung - roots and traces #035. all the young bops. punk parka.

29.01.07, 22:21:16 von siemers
gestern habe ich mir 10 stunden musik von (und mit) charlie parker angehört. und ich hätte noch viel mehr hören können und wollen, wären nicht die sonntäglichen notwendigkeiten eingebrochen. immerhin habe ich fast ein drittel meiner parker-sammlung geschafft.

für euch habe ich "koko" herausgesucht. aufgenommen am 4. september 1948: 10 jahre vor free jazz und doch freier und thematische haltepunkte deutlicher ignorierend: 20 jahre vor dem wild-gestaltischen power play der brötzmann-generation und doch expressiver und mutiger verformend: bald dreissig jahre vor punk und doch schneller und heftiger und lauter. es knallt und rumpelt und bollert: wunderbar. kein swing, kein groove, noch nicht mal richtiger jazz: nur krach.

andere parker-aufnahmen aus dieser zeit sind, obwohl durchaus stilbildend, deutlich konventioneller. der bassist curley russull und der pianist todd cameron blieben späterhin dem konventionellen verhaftet, miles davis wurde viel später erst miles davis (und schwieg ab 1975), charlie parker starb unvollendet; der schlagzeuger max roach immerhin hat sich nie langweiliger musik ergeben: seine stundenlangen improvisationen mit anthony braxton, archie shepp und cecil taylor zählen zum anrührendsten in der freien musik.

doch hier sind die helden noch jung.

|>> charlie parker all stars - koko

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